Leichtathletik Region
Ostfriesland e.V.
Gold heißt Lobingers großes Ziel in Göteborg
„In meiner Kollektion fehlt mir nur noch Gold“
Ostfriesischer Kurier - Norderney in der vergangenen Woche, kurz nach seinem letzten Fehlversuch über die Höhe von 5,81 m ließ es sich Tim Lobinger nicht nehmen, Kommentator Dieter Adler das Mikrofon aus der Hand zu nehmen und ein Dankeschön an die Zuschauer zu richten, die trotz des Regens auf dem Kurplatz von Norderney noch bis zum Schluss ausgeharrt hatten. „Ich weiß, dass ihr diesmal aufgrund des Wetters nicht die ganz großen Höhen gesehen habt“, bilanzierte der souveräne Sieger des 13. Norderneyer Inselspringens (wir berichteten), um gleich danach ein Versprechen abzugeben: „Aber im nächsten Jahr werden mindestens drei Springer die 5,80-Meter- Marke knacken. Falls nicht, gibt es 50 Liter Freibier von mir“, so Lobinger.
Am Mittwochabend avancierte die traditionelle Veranstaltung aufgrund der widrigen äußeren Bedingungen zu einer Ein-Mann-Show des extravaganten deutschen Weltklassespringers aus Köln, der seine Konkurrenz beim Stegspringen weit hinter sich ließ. Auch Danny Ecker, mit 5,86 m immerhin Fünfter der Weltjahresbestenliste, zollte dem 33-jährigen Ausnahmekönner Respekt: „Tim springt beständig hoch und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Alle außer ihm hatten Probleme, aber er schafft es immer wieder, sich auf den Punkt zu konzentrieren“, kennt der 29-jährige Leverkusener eines der Erfolgsgeheimnisse seines Kontrahenten, der bei der am Montag begonnenen Europameisterschaft im schwedischen Göteborg zu den deutschen Medaillenhoffnungen zählt. „Ich hoffe nur, dass er dann auch die Nerven behält“, drückt Ecker seinem Landsmann die Daumen.

Lobinger führt die europäische Jahresbestenliste mit 5,90 Meter an und präsentiert sich wenige Tage vor dem EM-Start in glänzender Verfassung. Auf der Insel landete der deutsche Rekordhalter seinen dritten Sieg innerhalb einer Woche – und das jeweils unter vollkommen unterschiedlichen äußeren Bedingungen, wie der Profi im KURIER-Gespräch erläuterte: „In Leverkusen war es windstill, heiß und schwül, in Nürnberg herrschten katastrophale Windbedingungen und auf Norderney regnete es und der Wind pfiff aus allen Richtungen.“ Lobinger zeigte sich davon aber unbeeindruckt: Das schmuddelige Inselwetter störte den dreifachen Olympia-Teilnehmer nicht. „Entscheidend war, dass man sich nach der Regenpause auf den Punkt genau konzentriert und in seinen Körper hineinhorcht. Und dann muss man all seine Energie in den entscheidenden Sprung setzen“, beschrieb der Leichtathlet seine mentale Vorbereitungsphase.   
Eigentlich wollte sich der 32-Jährige auf Norderney in höhere Höhen katapultieren: „Ich bin so gut drauf, dass ich meinen eigenen Inselrekord von 5,80 m verbessern wollte. Aber es war sehr schwer bei diesem Regen.“ Mit großen Medaillenhoffnungen reiste er nun in die schwedische Leichtathletik-Metropole. „Vor vier Jahren habe ich Silber gewonnen, vor acht Jahren Bronze, also fehlt mir in meiner Kollektion nur noch die Goldmedaille. Und die will ich mir in Göteborg endlich holen.“ Die Qualifikation im Stabhochsprung für das Finale beginnt am Donnerstag um 10:10 Uhr. Am Freitag geht es dann ab 15:00 Uhr um die Medaillen.

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