Leichtathletik Region
Ostfriesland e.V.
Stabhochsprungmeeting auf Norderney mit Vizeeuropameister
- Wechselnde Brillen gegen wechselnde Winde. Letztlich half alles nichts. Bei der Leichtathletik-EM in München schaffte Tim Lobinger (Frankfurt) es nicht, seine erhoffte erste Goldmedaille bei einem internationalen Freiluftturnier zu erspringen. „Das Traurige ist, dass das Publikum Gold verdient gehabt hätte“, meint Bronzemedaillengewinner Lobinger. Vielleicht zeigt der 29-Jährige ja heute beim 9. Inselspringen dem Norderneyer Publikum gold glänzende Leistungen. Um 17 Uhr beginnt der Wettkampf der Stabhochspringer auf dem Kurplatz auf Norderney. Ab 16 Uhr springen die Sportler sich ein. Die meisten Teilnehmer sind gestern direkt von der Leichtathletik-EM aus München auf die Nordseeinsel gekommen. Mit dabei ist neben dem bronzenen „Brillenmann“ Lobinger auch Silbermedaillen-Gewinner Lars Börgeling. Der 23-Jährige war mit seiner Leistung in München sehr zufrieden. Auch die deutschen Spitzenathleten Richard Spiegelburg und Björn Otto kommen auf die Insel. Internationale Gäste sind der Italiener Guiseppe Gibilsco, der bei der EM in München den zehnten Platz belegte, sowie der Elftplatzierte Piotr Buciarski aus Dänemark. Wie jedes Jahr bekommt auch ein Nachwuchssportler die Möglichkeit, bei einem internationalen Turnier zu starten. Dieses Jahr hat Eric Schroers (Bayer Uerdingen) diese Chance. Von Bayern an die Nordsee, vom Olympiastadion auf den Kurplatz - der Unterschied könnte kaum größer sein. Die Veranstalter sehen das positiv. „Kaum ein Springen in Deutschland bietet eine solche Kulisse wie das Springen direkt auf dem Kurplatz“, meint Holger Wesseln, Sprecher des Turniers. Den Sportlern scheint es auch zu gefallen: Tim Lobinger ist schon einige Male auf Norderney mit dabei gewesen. Der 29-Jährige ist für seine Inszenierungen wie Brillenwechsel bekannt. Aber damit ist er bei den Stabhochspringern nicht der Einzige: die Sportler pflegen ihren Exoten-Bonus. „Stabhochsprung ist hip“, sagt DLV-Präsident Clemens Prokop, womit sich auch erklärt, dass diese Disziplin zur Zeit zu den beliebtesten und publikumswirksamsten der Leichtathletik gehört. Wie viele Zuschauer es heute nach Norderney ziehen wird, weiß keiner. In den vergangenen Jahren waren es immer mehrere Tausend Zuschauer, die das Inselspringen verfolgten. Im Hinblick auf die erfolgreich verlaufene Europameisterschaft in München könnten es heute einige mehr werden. Für die vom Festland zugereisten Leichtathletik-Fans gibt es jedenfalls noch eine Fähre, die um 23 Uhr ab Norderney fährt.

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