Leichtathletik Region
Ostfriesland e.V.
Zweite Etappe des Ossiloop
Gewann die zweite Etappe als Tagesläufer: Jörg Valentin
Ostfriesen-Zeitung - Da sage noch einer, die Welt bestehe nur aus Meckerfritzen: Nachdem es auf der ersten Etappe des Ostfrieslandlaufs am Dienstag beim Zieleinlauf der Männer zu einem gewaltigen Stau gekommen war, sich dadurch die Zeiten vieler Teilnehmer verschlechtert hatten und mehrfach Kritik aufgekommen war, entspannte sich die Situation gestern Abend vor dem Start zum zweiten Rennen von Holtland nach Stikelkamp. Organisator Klaus Beyer entschuldigte sich für Panne, die weiteren Sätze gingen im Beifall der erneut über 1100 Teilnehmer unter.

Kaum ließ der Applaus nach, brandete er wieder auf: Beyer betonte, dass die Zeiten aus organisatorischen Gründen nicht mehr korrigiert würden : und „dass es doch viel wichtiger ist, von Leer nach Bensersiel zu laufen“. Da bekamen viele schon eine Gänsehaut, ehe Bürgermeister Hinrichs Bruns die mehrere 100 Meter lange Schlange der Osssilooper auf die nächsten 10,7 Kilometer schickte. Mindestens genauso eindrucksvoll war der Empfang beim Gut Stikelkamp. Hunderte von Zuschauern säumten den schnurgeraden Ziel-Einlauf durch die imposante Allee. Es wurde geklatscht, angefeuert, gegrüßt; hier und da ertönten Hupen. Jutta Hecht, die 2001 ihre 100. und letzte Ostfrieslandlauf-Etappe in Holtrop absolvierte, stand unter dem Zielbanner und hatte Tränen in den Augen. „Es ist jedes Mal wieder ein Erlebnis“, lobte die 76-jährige Leeranerin den neben sich stehenden und moderierenden Klaus Beyer. Der begrüßte nach 35:06 Minuten einen Tagesläufer im Ziel: Jörg Valentin vom TV Norden hatte die Konkurrenz dominiert, von Beginn an ein hohes Tempo vorgelegt und damit für ein Kuddelmuddel in der Gesamtwertung gesorgt: „Ich habe am Ende einfach nicht mehr mithalten können“, gestand der bisher führende Gerd Wolzen (Germania Leer), der das Gelbe Trikot an Valentins Klubgefährten Holger Grigat abgeben musste. Der Norder kam als Zweiter ins Ziel und hatte auf Wolzen fast eine Minute Vorsprung. „Hätte mir vorher jemand gesagt, ich bin Zweiter : ich hätte einen Freudensprung gemacht“, meinte der Leeraner. „Aber jetzt muss ich erst mal verdauen, dass nun der Holger in Gelb startet.“

Bei den Frauen wurde Irmi Hartmann (ebenfalls TV Norden) ihrer Favoritenrolle gerecht. Sie feierte den 13. Etappensieg bei ihrer 14. Ossiloop-Teilnahme und baute ihren Vorsprung in der Gesamtwertung auf die ehemalige Deutsche Meisterin Frieda Janhsen auf drei Minuten aus.

Auch die zweite Etappe hat gezeigt : der Ossiloop-Virus lebt. Viele Akteure bejubelten sich und ihre Leistung im Ziel, und 15 Tagesläufer der ersten Etappe marschierten vor dem Start direkt auf das Organisationsteam des SV Holtland zu, meldeten sich für die letzten fünf Rennen an und kommen damit in die Gesamtwertung. Auch sie gehörten zu den klatschenden Ossiloopern und gaben Klaus Beyer damit Recht: Das Wichtigste ist eben, von Leer nach Bensersiel zu laufen.


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