Leichtathletik Region
Ostfriesland e.V.
Geburtstag in Joggingschuhen
Irmi Hartmann (links) im gelben Trikot (Foto: Ortiges)
Ostfriesen-Zeitung / JOC - Holger Grigat, der Führende in der Gesamtwertung, war ihm auf den Fersen. Aber den Tagessieg ließ sich Peter Steinke am Ende der dritten Etappe des Ostfrieslandlaufs nicht mehr nehmen. Mit langen Schritten und im grün-orangen Werder-Trikot stürmte er ins Ziel. Meisterlich. Die 11, 2 Kilometer von Bagband nach Holtrop hatte er in 37 Minuten und 11 Sekunden zurückgelegt : und sah am Ende noch nicht einmal erschöpft aus. Genau wie Grigat, der, wie immer mit Kopftuch, nur wenige Sekunden später eintrudelte. Den Spitzenläufern des Ossiloops schien die Etappe überhaupt nicht in den Knochen zu stecken. Ein flotter Spaziergang, mehr nicht.

Erschöpft sahen auch Wolfgang und Egon Harms nach dem Lauf nicht aus. Eher verschwitzt : und ziemlich zufrieden. Die beiden Brüder aus Warsingsfehn sind in diesem Jahr zum dritten Mal dabei, und sie laufen fast immer zusammen. „45 Minuten hatten wir ungefähr für die Etappe eingeplant“, sagte der 39-jährige Wolfgang Harms. Zwar hatte sein älterer Bruder Egon ihm diesmal ein paar Sekunden abgenommen, aber darauf kommt´s den beiden überhaupt nicht an: „Wir laufen so gut es geht zusammen, wir trainieren zusammen : und gemeinsam bestreiten wir auch Marathons.“
Laufen, sagen, die beiden in den verschwitzen blauen Jogger-Shirts, sei für sie zur Sucht geworden. Eine Leidenschaft, die in den Genen der Familie Harms stecken muss. Denn als die beiden Männer schon am Pappbecher nippten, war Patrick, Sohn von Egon Harms, noch auf der Strecke. Von Bagband nach Holtrop mit Jogging-Schuhen. Und das am Geburtstag. Patrick Harms ist gestern nämlich 15 Jahre alt geworden.

Warum er sich so eine Strapaze an seinem Geburtstag antut? „Weil´s einfach Spaß macht“, sagt er. Dabei treibt er sonst überhaupt keinen Sport : zumindest seit einem Jahr. „Eine halbe Stunde bevor Papa zur ersten Etappe gefahren ist, habe ich ihm gesagt, dass ich mitmachen will.“ Seitdem ist er dabei, und er will bis nach Bensersiel durchhalten. Ohne Training, einfach so. Für die elf Kilometer hat er gestern übrigens nur 1:06 Stunden gebraucht.
Lisa Bruns, Erwin Broszeit und die übrigen Helfer vom Roten Kreuz hatten diesmal nicht sonderlich viel zu tun. „Die zweite Etappe war stressig“, sagt Broszeit. „Aber heute ist es schön kühl, da macht der Kreislauf länger mit.“ Die Wolldecken, Getränke und der Erste-Hilfe-Koffer lagen natürlich trotzdem im Pavillon parat.

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