Leichtathletik Region
Ostfriesland e.V.
Georgsheiler Bundestrainer verhilft Wittmunderin zum Kugelstoß-Landestitel
MB - Ostfriesische Leichtathleten gewinnen acht Medaillen in HannoverHannover. Am Wochenende fanden die Landesmeisterschaften U16/U20 in Hannover statt und acht ostfriesische Vereine waren mit dabei. Insgesamt nahmen an den Meisterschaften 546 Teilnehmern aus 126 verschiedenen Vereinen teil. Mit einem Landesmeistertitel, drei Vizemeistertiteln und vier Bronzemedaillen waren die ostfriesischen Leichtathleten überaus erfolgreich. Ganz oben auf dem Siegerpodest stand einmal mehr Fortuna Ornella Nkengue (MTV Wittmund) im Kugelstoßen. Ihr Vereinskamerad Erik Siepmann holte Silber im 60 m Sprint. Auch Talea Pfluger (Fortuna Wirdum) über 800 m und Amke Brümmer (SV Warsingsfehn) im Hochsprung sicherten sich die Vizelandesmeisterschaften. Die vier Bronzemedaillen gingen an Sara-Luisa Janssen und Jeremia Hartmann (beide TV Norden) im Kugelstoßen, Renke Dirksen (MTV Aurich) ebenfalls im Kugelstoßen und Fenna Schoon (SV Großefehn) über 3.000 m.

Fortuna Ornella Nkengue konnte bei den U 20 im Kugelstoßen ihren Titel verteidigen (12,83 m). Nach langer Verletzungspause ist sie erst seit Oktober wieder im Training.  Dabei hat sie zusammen mit Bundestrainer Wilko Schaa ihre Technik vom Angleiten auf den Drehstoss umgestellt. Schaa zeigte sich zufrieden mit der technischen Umsetzung. Die nächste Herausforderung für Nkengue sind die Deutschen Meisterschaften in Halle. Seit dem 1. September 2023 ist der ehemalige Athlet vom SV Georgsheil, Wilko Schaa, Bundestrainer Wurf/Stoß am Standort Hannover.  Zuvor hat er acht Jahre am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig die Wurf-/Stoß-Disziplin wissenschaftlich begleitet und war Trainer des Kugelstoßweltmeisters David Storl.

Umso überraschender war der 2. Platz von Erik Siepmann (MTV Wittmund) bei den U16. In einem packenden Finale lief er die 60 m in 7,56 sec. und persönlicher Bestzeit. Sieger wurde Philipp Povel (LG Braunschweig) in 7,43 sec., aber hinter Siepmann lagen nur hauchdünn Maximilian Weppler (VfL Eintracht Hannover) in 7,57 sec. und Henry Arenshoop (SV Nienhagen) in 7,58 sec. Siepmann erreichte im Hochsprung noch den vierten Platz mit 1,57 m. Sein Trainingsrückstand zeigte sich beim Anlauf, der einfach nicht passen wollte. Im Januar war er schon 1,67 m gesprungen und hätte damit auf Platz zwei landen können.

Talea Pfluger von Fortuna Wirdum verpasste nur knapp den Titel über 800 m bei den W14. In 2:28,04 min. unterlag sie im Ziel nur Rieke Wittich vom TSV Bremervörde. Pfluger ging das Rennen schnell an, aber konnte das hohe Tempo nicht durchhalten. In der letzten der vier Hallenrunden musste sie Wittich an sich vorbeiziehen lassen. Obwohl das ein eigentlich ein unerwarteter sehr guter zweiter Platz war, war die Enttäuschung über den verpassten Titel spürbar. Am zweiten Tag der Wettkämpfe erlief sie sich noch über die 3000 m den vierten Platz. Hier waren die Erwartungen nicht so hoch und auch der Lauf des Vortages war zu merken. Nach 2000 m konnte sie das Tempo der Führenden nicht mehr mitgehen und lief dann absichernd den vierten Platz nach Hause. Im gleichen Rennen erreichte Fenna Schoon (SV Großefehn) in 11:15,88 min. einen tollen dritten Platz. Ihre Leistung über die 15 Hallenrunden lag nur wenig über ihrer Bestzeit im Freien.

Auch Amke Brümmer vom SV Warsingsfehn (W14) wurde überraschend Vizelandesmeisterin im Hochsprung. Die Erwartungen lagen bei den ersten fünf Plätzen mit der Höhe um 1,50 m. Es wurde jedoch mit übersprungenen 1,58 m eine neue persönliche Bestleistung und eine Steigerung um 12 Zentimeter. Die 1,61 m riss sie nur denkbar knapp und dann wäre der Triumph komplett gewesen. Am Ende lag sie gleichauf mit der Siegerin Fiona Lucya (TV 87 Stadtoldendorf), hatte jedoch die 1,58 m erst im zweiten Versuch geschafft.

Auch für die jungen Leichtathleten des Norder Turnvereins aus der Altersklasse W/M15 war der Start sehr gelungen. Im Kugelstoßen standen sowohl Sara-Luisa Janssen als auch Jeremia Hermann auf dem Podest (beide Bronze). Besonders bemerkenswert war die Leistung von Jeremia Hermann, der seine bisherige Bestleistung im zweiten Versuch um 41 Zentimeter verbesserte und sich mit 11,73 m die Bronzemedaille sicherte. Seine konsequente Arbeit hat sich ausbezahlt, freute sich der Trainer Tomasz Szwagiel, denn Jeremia verbesserte sich vom letzten Jahr bei den Landesmeisterschaften in der Halle von den 6 auf den dritten Platz und um fast 3 Meter in der Weite. Seine Vereinskollegin Sara-Luisa Janssen konnte ihren Vize-Landesmeistertitel vom letzten Jahr zwar nicht verteidigen, freute sich aber mit Bronze noch über einen Podestplatz mit gestoßenen 9,24 Metern. Gold ging wie letztes Jahr an Josefine Birg aus Eintracht Hannover mit 10,76 Meter.

Im Kugelstoßen der U20 gewann Renke Dirksen (MTV Aurich) mit 10,78 m noch den Sprung aufs Treppchen und Rang drei, knapp dahinter sein Vereinskamerad Mads Regner mit 10,17 m. Regner schaffte es noch ins Finale der 60 m Hürden, wo er Vierter in 9,13 sec. wurde. Den gleichen vierten Rang sicherte er sich im Weitsprung mit 5,84 m. Der dritter Auricher Coord Göken gewann seinen Vorlauf über 60 m in 7,35 sec, scheiterte jedoch im Halbfinale mit 7,42 sec. Über die Hallenrunde von 200 m wurde er Achter im Finale mit 23,67 sec. Ebenso wie Merle Bents (MTV Aurich) über die 800 m der U20 in 2:34,34 min.

Im Hochsprung der U20 starteten zwei Athletinnen vom SV Warsingsfehn: Vivien Busker (noch U18) wurde hier mit eingestellter persönlicher Bestleistung von 1,61 m Sechste. Nina Huisman konnte diesmal ihre Leistung nicht abrufen. Vor zwei Wochen bei der U18 noch Dritte mit 1,61 m kam diesmal nur auf 1,58 m und Platz 10.  Melina Wilken von der LG Uplengen (W15) startete im Weitsprung. Im zweiten Versuch sprang sie 4,93 m (1cm unter Bestleistung) und qualifizierte sich damit für den Endkampf der besten acht. Mit weiteren Sprüngen von 4,92 m und 4,87 m zeigte sie weitere sehr gute Sprünge, wobei die 4,93m Platz 7 bedeuteten. Über die 60 m sprintete sie sich ins Halbfinale, die 8,45 sec. reichten leider nicht für das Finale. Im Hochsprung landete sie mit übersprungenen 1,45 m auf Platz 7 und über die 60m Hürden schaffte sie sogar Platz fünf im Endlauf mit 9,77 sec. und persönlicher Bestzeit.

Inke Baumfalk (VfL Germania Leer) erlief sich über die 400 m der U20 in 58,81 sec. einen unglücklichen vierten Platz. Sie war das Rennen couragiert angelaufen, jedoch durch den Kontakt einer Mitkonkurrentin eingangs Runde 2 gestrauchelt und somit die Chance auf eine noch bessere Zeit vertan. Inke bereitet sich nun auf die Deutschen U20 Meisterschaften in Dortmund vor. Ihre Vereinskameradin Alicia Seidel lief hier in persönlicher Bestzeit von 65,16 sec. auf Platz 10.

Vom SV Großefehn rannte Wilko Bremke in 8,16 sec. auf Rang acht im Finale über 60 m der M14, nachdem er im Vorlauf sogar seine Bestzeit auf 8,09 sec. steigern konnte. Mit einer weiteren Bestleistung von 42,75 sec. über die 300 m wurde er ebenfalls Achter im Finale. Vereinskollege Hannes Brinkmann wurde als jüngerer Jahrgang im Dreisprung der U20 mit 12,43 m sogar Fünfter. Auch Amy-Kate Ruck vom SV Großefehn lief als jüngere Athletin ins W14-Finale über 800 m. Hier wurde sie Zehnte in mit neuer Bestzeit von 2:42,61 min. Im Dreisprung erreichte sie mit 8,95 m Platz 8., gefolgt von Anna Bruns (auch Großefehn) mit 8,79 m. Schließlich erlief sich die Großefehner 4x100 m Staffel der U16 mit Amy-Kate Ruck, Lena Fürst, Laura Fürst und Mary-Ann Ruck in 56,13 sec. einen verdienten 6. Platz.

[565]