Leichtathletik Region
Ostfriesland e.V.
Kinder standen in Emden im Blickpunkt
Jann-Erik Jürrjens
Emder Zeitung - "In den 90er Jahren, da bebte hier die Halle!" erinnerte sich Betreuer Helmut Kohle vom TuS Hinte. Manch anderem Betreuer und Trainer ging es zumindest am ersten Tag der diesjährigen Hallen-Ostfriesland-Meisterschaften in Emden genauso.
Das reduzierte Programm machte sich bemerkbar. Insgesamt etwa 80 Aktive weniger als noch im Vorjahr hatten die insgesamt 15 teilnehmenden ostfriesischen Vereine nach Emden geschickt. Die Stimmung war deshalb zwar nicht schlecht. Aber so richtig ausgelassene Wettkampflaune wollte nur selten aufkommen; frenetische Ausbrüche der Begeisterung gab es nur vereinzelt.
Und die meisten Trainer und Betreuer waren sich da einig: Ohne die gestrichenen 1500-Meter-Läufe und ohne die Staffeln im Junioren - und Erwachsenenbereich fehlt der Traditionsveranstaltung doch der entscheidende emotionale Kick.
Die Organisatoren von Blau-Weiß Borssum haben aber schon signalisiert, dass man es wohl im nächsten Jahr wieder anders machen will. Chef-Organisator Lutz Spormann erwägt zudem die Durchführung von reinen Senioren-Rennen.
Werner Ostermeyer, seit 1967 Jugendwart der Leichtathletik-Region Ostfriesland, sieht in der Terminierung der Veranstaltung das größte Problem: "Dieser frühe Termin im Jahr ist problematisch. Außerdem haben wir mittlerweile eine zu große Terminfülle. Wir müssen in den kommenden Jahren wieder versuchen, unsere Veranstaltungen zu bündeln."

Vor allem im Junioren-Bereich haben alle Vereine große Probleme, Talente an sich zu binden und wettkampffähig zu machen. In den unteren Altersklassen, das zeigte sich in Emden wieder am zweiten Tag ganz deutlich, ist der Zulauf zu den Vereinen nach wie vor gut. Die Kinderläufe am zweiten Tag sorgten stimmungsmäßig für die Höhepunkte der Veranstaltung.
Im Prinzip wurde es in Emden wie schon in den vergangenen Jahren vor allem wieder ein Treffen der alten Hasen und Cracks. Nur wenige neue herausragende Talente mit Chancen für größere Aufgaben nahmen an der Veranstaltung teil.
Eine Ausnahme unter anderem hier sicherlich Jann-Erik Jürjens vom TuS Hinte. Der Hochspringer ist ein ehemaliger Trainingspartner von Thomas und Daniel Kohle, den beiden Hochsprung-Assen des TuS (die zur Zeit in Münster BWL und Lehramt studieren).
Jann-Erik siegte mit übersprungenen 1,92 Metern und war recht zufrieden: "Technisch war ich heute ziemlich gut", meinte der von Renate Kohle und Michael Picksack trainierte Gymnasiast. Letztes Jahr hatte er an gleicher Stelle seine persönliche Bestmarke auf 1,96 m hoch geschraubt.
Der 19-jährige Sprinter Siewert André vom TV Norden war leider nur als Gast in der Halle. Dafür war sein Trainer und vielfacher Ostfrieslandmeister, Uwe Schipper, wieder mit dabei. Der 37-jährige Schipper ging im 60-Meter-Sprint an den Start und wurde Vierter (7,7 Sek.). Seinen ersten Start hatte der Filialleiter einer Bank vor 20 Jahren. Damals war er von Frank Müller geschlagen worden, Nordens ehemaligem Zehnkampf-Olympioniken. "Ich glaube, Siewert kann meinen 100-Meter-Ostfriesland-Rekord brechen (10.4 Sekunden)", prophezeite Schipper.
Bei den Kugelstoßern das gewohnte Bild. Roland Isenecker gewann, und Ex-Speerwurf-Ass Sven Bergmann vom SV Georgsheil mischte munter mit, belegte in der Herrenkonkurrenz am Ende Platz 2 mit guten 14.46 Metern.
Für den besonderen Glanz sorgte Horst Beyer, mehrfacher Paralympics-Teilnehmer. Beyer ließ sich die Chance auf einen Hallen-Wettkampf nicht entgehen, der Behindertensportler war wieder eine Klasse für sich. "Ich will in den nächsten Jahren kürzer treten", kündigte Beyer an. Letztes Jahr hatte er sich für die Paralympics nicht qualifizieren können. "Aber die anfänglich große Enttäuschung hat sich dann doch schnell gelegt. Ich hab' das ja alles schon gehabt!"

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